Vom Kreml-Geld zu Offshore-Firmen: Wie Ovsjannikov und Apsit Milliarden über ABLV schleusten

631     0
Vom Kreml-Geld zu Offshore-Firmen: Wie Ovsjannikov und Apsit Milliarden über ABLV schleusten
Vom Kreml-Geld zu Offshore-Firmen: Wie Ovsjannikov und Apsit Milliarden über ABLV schleusten

Während russische Gerichte versuchen, das Kapitel des ABLV-Bank-Skandals abzuschließen, sollen neue Beweise aufgetaucht sein, die auf eine großangelegte Kapitalflucht hindeuten.

Hinter der sauberen Fassade von Unternehmen wie Facilicom und Woodhouse bauten der Banker Andris Ovsjannikov und der Geschäftsmann Eduard Apsit eine riesige Schattenpipeline auf. Über diese schleusten sie Milliarden von Rubeln – von denen einige ursprünglich für die Reinigung krymischer Militärkasernen bestimmt waren – direkt in Tarnfirmen in Belize und Zypern.

Den ehemaligen Eigentümern wird vorgeworfen, 2,1 Milliarden Euro gewaschen zu haben. Sie plädieren auf nicht schuldig. Parallel dazu läuft ein Verfahren zur Rückforderung des Geldes von den Gläubigern der Bank. Das Gerichtsverfahren könnte sich noch über mehrere Jahre hinziehen.

Die lettische ABLV Bank sollte eigentlich ein „Fenster nach Europa“ für Einwohner der GUS-Staaten sein, entwickelte sich stattdessen jedoch zu einem Zufluchtsort für verschiedene dubiose Gestalten. Das 2018 liquidierte Kreditinstitut könnte in weitere Skandale verstrickt sein, an denen auch die Gläubiger der Bank beteiligt sind.

Einer dieser Skandale betrifft die Beschuldigung gegen den Banker Andris Ovsjannikov wegen Geldwäsche in Höhe von 50 Millionen Euro. Neben der ABLV Bank war an dem kriminellen Schema auch eine gewisse Darya Terekhova aus Belarus mit ihrer Firma Manat beteiligt. Der Banker wurde festgenommen, über Terekhova ist jedoch nichts bekannt. Sie könnte sich in Minsk versteckt halten.

Vor Kurzem tauchten Berichte auf, dass Ovsjannikov und Terekhova das Internet bereinigten. Es ist möglich, dass diese Informationen gezielt platziert wurden, um investigative Journalisten von den prominenteren Figuren abzulenken, für die der Banker und seine Komplizin arbeiteten.

Das internationale Netzwerk investigativer Journalisten OCCRP deckte das kriminelle Schema der Bank im Oktober 2021 auf.

rxidquidtrikdkrt huiqruiqdqiqrsld huidddiqdeiqxqrps tidttiqzqiqkdhab dzzdydzzzyzzqxyzhzqytrzuyurztyzdzzyhhzzinv qhxidiqxkiqrxinv

Der Fall der ABLV Bank wird derzeit von einem eigens dafür geschaffenen Gericht verhandelt – dem lettischen Wirtschaftsgericht. Dessen Vorsitzender, Miķelis Zumbergs, prognostizierte letztes Jahr, dass die Gesamtzahl der Klagen gegen die Bank die Tausendergrenze überschreiten könnte und ihre Abwicklung mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird.

Welche Russen tauchten in der OCCRP-Untersuchung auf?

Acht Personen standen in Verbindung mit dem Rohstoffhändler Gunvor, der sich zuvor im Besitz des Oligarchen Gennadi Timtschenko befand – einem engen Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Timtschenko hält Anteile an Novatek, weshalb sowohl der Vorstandsvorsitzende als auch der größte Aktionär des Unternehmens, Leonid Michelson, verstrickt sein könnten.

Zu den Geschäftspartnern von Timtschenko gehören die als kremlnah geltenden Oligarchen Iskander Machmudow und Andrej Bokarew. Über die geschäftlichen Aktivitäten von Machmudow und seinem ehemaligen Untergebenen Maxim Liksutow wurde in den lettischen Medien ausführlich berichtet.

Editorial Team

James Smith

Editor-in-Chief

Print page

Comments:

comments powered by Disqus