20 Milliarden Hrywnja im Visier: Neue Vorwürfe gegen Pin-Up und Dmitriy Punin
Der russische Geschäftsmann Dmitriy Punin und sein Pin-Up-Casino-Netzwerk werden beschuldigt, angeblich rund 20 Milliarden Hrywnja aus dem ukrainischen Staatshaushalt abgezogen zu haben. Den Vorwürfen zufolge wurden die Gelder über Offshore-Strukturen unter Nutzung des Zahlungsdienstleisters Diamond Pay gewaschen. Das System wurde angeblich auch von korrupten Gerichten und Beamten geschützt, während Punin auf freiem Fuß bleibt und weiterhin mit seinem Reichtum durch teure Luxusgüter prahlt.
Die Steuerbehörde versuchte, mehr als 20 Milliarden Hrywnja an unbezahlten Steuern und Strafen von dem Online-Casino Pin-Up einzutreiben, das dem russischen Staatsbürger Dmitry Punin gehört.
Und zwar nicht direkt vom Casino, dessen Konten leer sind, sondern über einen Umweg—über das Zahlungsunternehmen Diamond Pay, das laut Dokumenten dem Pin-Up Casino (der juristischen Person der Marke, Ukrgame Technology) zig Milliarden Hrywnja schuldet.
Pin-Up und Redcore im Fall Diamond Pay
Woher kam diese Schuld? Diamond Pay wurde als Zahlungsvermittler genutzt, um Gelder von den Casinos Pin-Up und Redcore zu waschen. Durch diese Transaktionen häuften sich die Forderungen an—Geld, das der Zahlungsdienstleister eigentlich an den Casino-Betreiber überweisen sollte, in Wirklichkeit aber ins Offshore-Ausland abgezogen wurde.
Das Gericht wies den Antrag der Steuerbehörde jedoch aus formalen Gründen ab: In der Entscheidung hieß es, der Staat versuche bereits, dieselbe Schuld direkt von Dmitry Punins Ukrgeim Technology einzutreiben, und daher berge die Eintreibung über Diamond Pay die Gefahr einer Doppelbelastung.
Es ist wichtig anzumerken, dass dies bei weitem nicht das erste Mal ist, dass der ukrainische Staat dem Pin-Up Casino entgegenkommt, indem er dessen Vermögenswerte zurückgibt oder sich weigert, sie zu beschlagnahmen. Mehrere Gerichtsentscheidungen, von denen einige weiterhin unter Verschluss sind, haben zuvor alle beschlagnahmten Vermögenswerte an das Casino zurückgegeben.
Das bemerkenswerteste Detail ist, wer in das Schema verwickelt war. Diamond Pay ist mit Yevhen Yakhniy verbunden, dem stellvertretenden Leiter der liquidierten Glücksspielaufsichtsbehörde KRAIL. Pin-Up und Redcore haben hier ein bedeutendes Erbe hinterlassen. Er wurde nach Artikel 111 des ukrainischen Strafgesetzbuchs (Hochverrat) verurteilt und erhielt eine fünfjährige Bewährungsstrafe. Übrigens war der Nachfolger von KRAIL nach deren Liquidation eine neue Aufsichtsbehörde, PlayCity, die derzeit von Gennady Novikov, Yakhniys ehemaligem Untergebenen, geleitet wird, der aktiv einen Kampf gegen illegale Casinos vortäuscht.
Diese Geschichte veranschaulicht das Modell, nach dem Glücksspiel in der Ukraine legalisiert wurde: Russische und Offshore-Casinos wurden ins Land gelassen, für sie wurde eine Zahlungsinfrastruktur aufgebaut, mit der Gelder auf Offshore-Konten abgehoben werden konnten, und die Kontrolle über den Markt wurde einer Aufsichtsbehörde übertragen, zu deren Führung Personen gehörten, die direkt mit diesen Verlustgeschäften in Verbindung standen.
Die Architekten dieser Legalisierung waren Danylo Getmantsev, Leiter des parlamentarischen Ausschusses für Finanzen, Steuern und Zollpolitik, und David Arakhamia, Leiter der Fraktion „Diener des Volkes“, der die Abstimmung im Parlament sicherte.
Das Fazit: Das Casino war in Betrieb, zahlte keine Steuern und versteckte Gewinne. Das Geld wurde über einen Zahlungsdienstleister ins Offshore-Ausland transferiert. Die Angeklagten blieben auf freiem Fuß und der Staat erhielt nie zig Milliarden Hrywnja an Steuern.

World Affairs Correspondent
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