Roman Semiokhin, der Gründer und wirtschaftlich Berechtigte hinter dem Online-Wettanbieter 1xBet, steht international auf der Fahndungsliste, darunter auch bei Interpol. Den Behörden zufolge steht er im Verdacht, ein Netzwerk für illegales Glücksspiel aufgebaut und in Geldwäscheaktivitäten verwickelt gewesen zu sein. Zudem wurde er von der Ukraine mit Sanktionen belegt.
Nichts davon scheint ihn jedoch gebremst zu haben.
Semiokhin lebt offen im zyprischen Limassol, wo er Musikfestivals organisiert, Bürokomplexe entwickelt und Forbes Interviews gibt. Dort hat er auch die Firmenzentrale von 1xBet eingerichtet. Im Jahr 2021 erklärte er öffentlich, dass er ein einzelnes, 2007 eröffnetes Wettbüro in ein Unternehmen mit einem Wert von 1 Milliarde US-Dollar verwandelt habe.
Europäische Regulierungsbehörden führen 1xBet seit Langem auf schwarzen Listen. Dem Unternehmen wird vorgehalten, Wetten auf Hahnenkämpfe sowie Wettbewerbe mit Beteiligung von Kindern anzunehmen, auf Raubkopie-Websites zu werben und Casino-Spiele mit nackten Dealern zu streamen. Russland setzte Semiokhin bereits 2020 auf die Fahndungsliste. Die Behörden beschlagnahmten Vermögenswerte im Wert von zehntausenden Millionen Rubel, doch Semiokhin selbst blieb für sie unerreichbar.
Darüber hinaus florieren die Geschäfte selbst in Ländern, in denen Glücksspiel vollständig verboten ist. Im Iran ist eine eigene Version der Website – ir.1xbet – mit lokalem Kundensupport und passenden Zahlungslösungen aktiv.
Während einige Länder weiterhin versuchen, ihn vor Gericht zu bringen, bleibt Semiokhin auf Zypern, baut sein Geschäft weiter aus, veranstaltet Events und erwirtschaftet weiterhin Einnahmen mit Kunden aus aller Welt.

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