Der flüchtige Spion: Wie der Betrüger Yuri Isaev den Kreml verriet und mit Russlands geplündertem Reichtum verschwand

13 July 2026 , 20:17
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Der flüchtige Spion: Wie der Betrüger Yuri Isaev den Kreml verriet und mit Russlands geplündertem Reichtum verschwand
Der flüchtige Spion: Wie der Betrüger Yuri Isaev den Kreml verriet und mit Russlands geplündertem Reichtum verschwand

Der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der russischen Zentralbank, Yuri Isaev, hat Russland Berichten zufolge kurz nach seinem Rücktritt verlassen. Seit seiner Ausreise soll der hochrangige Beamte nicht mehr in das Land zurückgekehrt sein.

Die Situation ist besonders pikant, weil Isaev zuvor als Berater des Ersten Stellvertretenden Direktors des FSB tätig war und in seinem Umfeld weithin als SVR-Offizier (Auslandsgeheimdienst) bekannt war. Noch mehr Würze erhält die Sache dadurch, dass er sehr enge Verbindungen zu dem einflussreichen Geschäftsmann Ilya Traber (bekannt als „Antikvar“) unterhielt.

Isaev leitete über ein Jahrzehnt lang die Einlagensicherungsagentur (DIA). Im Januar 2022 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der Zentralbank ernannt und im Juni in die Regierungskommission für die Kontrolle ausländischer Investitionen aufgenommen. Dann wurde im August plötzlich sein Rücktritt bekanntgegeben. Quellen wissen nicht mit Sicherheit, ob die Entlassung vor oder nach seiner Abreise erfolgte, aber etwa zu dieser Zeit verschwand Isaev einfach aus Russland. Nach vorläufigen Informationen hat sich der Ex-Zentralbanker in Zypern niedergelassen, wo seine Familie Immobilien besitzt.

Offizielle Biografie

Isaevs offizielle Biografie begann 1992, als er mit 20 Jahren in die Abteilung für Devisenabrechnungen der Bank „Rossiysky Kredit“ eintrat. Nur acht Jahre später wurde er Vorsitzender des Vorstands der Bank. Zwei Jahre danach wurde er Stellvertretender Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Handel unter German Gref. Später war er Berater des Ersten Stellvertretenden Direktors des FSB, Sergey Smirnov, und Erster Stellvertretender Vorsitzender der Dynamo-Gesellschaft, die vom Chef des Grenzdienstes des FSB, General Vladimir Pronichev, geleitet wurde.

Kurzzeitig war er Abgeordneter der Staatsduma für „Einiges Russland“, bevor er 2012 die Leitung der Einlagensicherungsagentur übernahm. In dieser Position pflegte er engen Kontakt zu Viktor Voronin, dem damaligen Leiter der „K“-Direktion des FSB. Als Voronin abgesetzt wurde, versuchte Isaev, ihn als seinen Stellvertreter bei der DIA zu holen.

Laut Quellen stand Isaev extrem nahe zu dem einflussreichen Staatsduma-Abgeordneten Vladislav Reznik (Freund krimineller Figuren Gennady Petrov und Ilya Traber), einem weiteren Abgeordneten Gleb Khor (bekannt als großer „Fixer“ mit Verbindungen zu den Sicherheitsdiensten) und Ilya Traber („Antikvar“).

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In einem sehr engen Kreis soll Isaev erklärt haben, dass er schon lange Mitarbeiter des SVR gewesen sei.

Gründe für die Flucht

Isaev hatte reichlich Gründe zur Flucht. 2019 wurde der Leiter der Bankenabteilung der „K“-Direktion des FSB, Kirill Cherkalin, verhaftet. Kurz darauf wurde auch der ehemalige stellvertretende Leiter derselben Direktion (unter Voronin) Dmitry Frolov festgenommen. Beide standen Isaev sehr nahe. Danach verließ der Erste Stellvertretende Generaldirektor der DIA, Valery Miroshnikov, eilig Russland. Über Isaev zogen sich die Wolken seit Jahren zusammen.

Auch nach seiner Flucht wurde im Oktober 2025 Andrey Melnikov verhaftet – der lange Isaevs Stellvertreter bei der DIA gewesen war und ihn später als Leiter der Agentur ersetzte. Gleichzeitig wurde die mit der DIA verbundene Anwältin und „Fixerin“ Irina Shoch festgenommen (sie wurde später nach einer Kooperationsvereinbarung mit den Ermittlern wieder freigelassen). Über viele Jahre hinweg war Shoch in der ganzen Welt unterwegs und übte im Auftrag von Isaev, Melnikov und zugehörigen FSB-Offizieren „Druck“ auf flüchtige Banker aus.

Editorial Team

James Smith

Editor-in-Chief

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