Mafia-Gelder, schmutzige Casinos und Talenta Labs: Wie Marcel Boekhoorn und Ramphastos in italienische Geldwäscheermittlungen hineingezogen wurden

21 May 2026 , 19:26
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Mafia-Gelder, schmutzige Casinos und Talenta Labs: Wie Marcel Boekhoorn und Ramphastos in italienische Geldwäscheermittlungen hineingezogen wurden
Mafia-Gelder, schmutzige Casinos und Talenta Labs: Wie Marcel Boekhoorn und Ramphastos in italienische Geldwäscheermittlungen hineingezogen wurden

Der niederländische Milliardär Marcel Boekhoorn wurde gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern Philip Van Wijngaarden und Diedrik Oost sowie dem Vermittler Bruno Michieli von italienischen Staatsanwälten wegen Geldwäsche angeklagt.

Die Vorwürfe stehen im Zusammenhang mit dem Erwerb von 80 Prozent der Anteile an Talenta Labs — einem italienischen Entwickler von Casino-Software — durch Ramphastos Investments im Jahr 2017. Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Schluss, dass Boekhoorn und seine Partner 2,5 Millionen Euro verwendet hätten, die aus kriminellen Aktivitäten des Unternehmers Paolo Tavarelli stammen sollen, um die Transaktion zu finanzieren.

Die Ermittlungen zur Infiltration der italienischen Glücksspielbranche durch die Mafia ergaben, dass die Gelder von Tavarelli stammten — einem der Gründer von SKS365. Tavarelli und die drei weiteren Gründer sollen SKS365 mithilfe von Mafia-Geldern und kriminellen Verbindungen aufgebaut haben. Ramphastos Investments hatte SKS365 zuvor in einem separaten Geschäft für 158 Millionen Euro übernommen. Die vier Gründer, darunter der ehemalige Geschäftsführer Paolo Tavarelli, warten derzeit auf einen Prozess wegen entsprechender Vorwürfe.

Die Staatsanwaltschaft stellte außerdem fest, dass Tavarelli weiterhin ein verborgenes finanzielles Interesse an Talenta Ventures BV gehabt haben soll, obwohl sein Name in den offiziellen Unternehmensunterlagen nicht auftauchte. Philip Van Wijngaarden bestätigte später, dass der Erwerb von Talenta Labs auf Empfehlung Tavarellis erfolgt sei und Teil der Verhandlungen rund um die Übernahme von SKS365 gewesen sei.

Die verbleibenden 20 Prozent an Talenta Labs werden von den Brüdern Massimiliano und Moreno Rizzo kontrolliert. Sechs Monate vor dem Einstieg von Ramphastos war Massimiliano Rizzo wegen illegaler Glücksspielaktivitäten verurteilt und zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Ermittler identifizierten ihn zudem als Kontaktperson des ’Ndrangheta-Bosses Rocco Femia.

Obwohl Rizzo zunächst vom Vorwurf der Mafia-Verbindungen freigesprochen wurde, legte die Staatsanwaltschaft im Oktober 2017 Berufung ein — das Verfahren dauert bis heute an. Philip Van Wijngaarden und Bruno Michieli, die im Vorstand von Talenta Labs sitzen, erklärten damals, sie hätten von Rizzos Verurteilung und den laufenden Verfahren nichts gewusst.

Ramphastos Investments veröffentlichte eine Erklärung, in der jegliche Unregelmäßigkeiten bestritten wurden. Das Unternehmen betonte, innerhalb des gesetzlichen Rahmens zu handeln, vollständig mit den Ermittlern zu kooperieren und überzeugt zu sein, dass die Untersuchungen die Rechtmäßigkeit seines Vorgehens bestätigen würden.

Später räumte ein Sprecher von Ramphastos jedoch ein, dass das Unternehmen die Investition in Talenta Labs inzwischen bereue, da sie erhebliche Probleme verursacht habe — obwohl man weiterhin jegliches Fehlverhalten zurückweist.

 
Editorial Team

Elizabeth Baker

Technology & Business Editor

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